Die Idee

Die Vision

Nicht nur wohnen wie gewohnt. Nicht nur lauter einzelne Wohnungen. Sondern viele Gemeinschaftsoptionen, aber selbstbestimmt – so wie ich es je gerade gerne möchte. Auch in Sachen gemeinschaftlichere Wohnformen setzen wir auf Niedrigschwelligkeit und Normalisierung. Wenn es das Grundstück zulässt: Ein lichtdurchfluteter überdachter Atrium-Hof zwischen den Hausteilen – erweiterter halböffentlicher Wohnort das ganze Jahr über. Damit haben wir uns im Juli 2024 auf eines der Grundstücke in Rottenburg beworben, dies Hauskonzept verfolgen wir auch in Rottweil. An anderen Orten – bspw. aktuell die Freiburger Bewerbung – entwerfen wir andere gute Hausformen:

Ein sozial und ökologisch sehr nachhaltiges Haus. Gar nicht anonym, weil nicht zu groß. Aber eben auch nicht zu klein, und deshalb nicht so empfindlich, wenn ich vielleicht nicht mit allen so eng bin. Wohnungen, die sich dem Lebenslauf mit seinen unterschiedlichen Bedürfnissen anschmiegen, auch unterschiedlichen Haushaltskonstellationen. Ganz unterschiedliche Wohnformen – vom „normalen Wohnen“ über hausgemeinschaftliche bis zu WG-nahen Formen. Z.B. Clusterwohnen – mit deutlich mehr Privatsphäre als in WG´s, aber mit mehr Gemeinschaftsmöglichkeiten. (Info)

Bibliothek LENA Basel

Wie bei Baugruppen: ein viel sorgfältiger und liebevoller gestaltetes Haus als von einem Bauträger. Aber ohne den immensen Aktivitätsaufwand, ohne belastende Gruppenkonflikte über die Hausfarbe oder wer die schönste Wohnung bekommt – weil ganz viele Fragen von einem ganz erfahrenen Team entwickelt werden. Die Bewohner*innen können sich beteiligen, müssen aber nicht. Sie können sich aufs Wesentliche konzentrieren: Wie wollen wir gut miteinander leben?

Umfeldprojekte

Auch rund um unsere Hausidee gibt es Häuser, die teilweise ähnliche Ziele verfolgen:

  • Die Neustart Genossenschaft in Tübingen (Bild + Info) macht so konsequent wie sonst kaum jemand vor, wie es gelingen könnte: mit ganz viel gemeinsamer Infrastruktur richtig gutes Leben auf viel weniger individueller Wohnfläche zu verwirklichen.
  • Die anderen Baugemeinschaften am Dätzweg (allerdings als WEG-Eigentum) zeigen die herkömmliche Blockrand-Bebauung in Rottenburg. Immerhin: mit all diesen vielen neuen Bewohnenden in dichtem Quartier wird es möglich, dass dort auch die Infrastruktur, die Nahversorgung bald ziemlich gut dasteht.
  • Die Tübinger Dachgenossenschaft (Info), eine richtig gute für BaWü beispielhafte Organisationsform: Sie will es auch kleineren Gruppen ermöglichen, nicht nur als Baugemeinschaft z.B. Hausgemeinschaften zu bauen, sondern eben auch genossenschaftlich. Wäre WOHNENwagen in Tübingen, wären wir gern unter dies tolle Dach geschlüpft… Aber da wir überregional agieren, haben wir nun die WOHNENwagen eG i.Gr. gegründet.
  • Die nestbau AG Tübingen (Info) ist die erste deutsche Gemeinwohl-Wohnungsbau-Aktiengesellschaft. Sie hat schon klasse Häuser gebaut, immer unter Verzicht auf Rendite und Spekulation. Und mehrfach hat sie z.B. eine Pflege-WG in die Quartiere gebracht – unser Projektteam Uli Otto hat dies in TÜ-Hirschau mit der Nestbau zusammen auf den Weg gebracht. Im Juni 2024 wurde er zum Mit-Vorstand bestellt (Info).

Auch R. Rudolfs 4 Atriumhäuser in der Region …

… hatten uns mit-inspiriert (realisiert 2005-2018 durch das frühere Mitglied unserer interdisziplinären Gruppe, die sich anfangs „Atriumnet“ nannte; Info). Was machen wir von WOHNENwagen nach Rudolfs Ausscheiden mit diesem Inspirations-Erbe? Wir lernen von ihm noch systematischer und natürlich auch unbefangener:

  • An Architektur-Knowhow fehlt´s nicht: unser Architekt Dominik Burkard hat ja mit seinem Büro zwei Jahre lang mit dem Ruheständler Rudolf die beiden Atriumhaus-Projekte Rottenburg und Rottweil weitergeplant hat und ist mit allen Details bestens vertraut. Zudem planen wir mittlerweilse, wo ein Atriumhaus nicht Platz findet, auch andere gute Hausformen.
  • Und wir haben uns nicht ohne Grund so interdisziplinär aufgestellt – u.a. mit der Gruppendynamikerin Heidi Pussel und dem Wohnforscher Uli Otto: Ohne den Erschaffer Rudolf gelingt es besser, noch genauer und auch kritischer hinzuschauen. So sprechen wir v.a. mit den Bewohnenden über ihre Praxiserfahrungen: was bewährt sich, und was auch nicht. Was braucht Gemeinschaftlichkeit mehr als nur den Atriumraum u.a.m.
  • Und wir analysieren laufend gute weitere Projekte in der Szene – ob Atriumhäuser oder auch andere Bauformen. Dazu haben wir optimales Know-how im Team. Bestens vernetzt, mit genauer Kenntnis sehr vieler Beispielprojekte, mit unabhängigem wissenschaftlichen Herangehen. Fokus: „what works“? Wirklich. Und am besten. Und was auch nicht. 

Einige der Alleinstellungsmerkmale der o.g. Atriumhäuser werden auch auf unsere geplanten Häuser in Rottweil und Rottenburg zutreffen, in mehreren Aspekten aber will WOHNENwagen deutlich über die Ideen von R. Rudolf hinausgehen:

  • Hin zu gemeinwohlorientierten Eigentums- und Rechtsformen.
  • Hin zu noch mehr Orientierung an Suffizienz, was etwa die Integration auch sehr flächensparsamer 1- bis 2-Personenhaushalte bedeutet. Oder auch nach Erstbezug offenstehende Möglichkeiten der Anpassung an geänderten Wohnflächenbedarf.
  • Hin zu mehr Holz und weniger Beton – dazu sondieren wir gerade, ob eine Forschungs- und Entwicklungs-Zusammenarbeit mit der Hochschule Rottenburg zustande kommt.
  • Und auch hin zu mehr wohnlicheren und wirklich einladenden Gemeinschaftsflächen.