Zwei Baufenster "im Angebot" - wir prüfen beide

Bis 24. Juni muss unser Vorkonzept stehen

Terminplan der Konzeptvergabe

Seit dem Start unserer Atriumnet-Gruppe ging es in Rottenburg bisher immer um das Baufeld MU9 – das südlichere der beiden nordwestlichen. In zahlreichen Gesprächen mit dem Baubürgermeister standen die Chancen sehr gut, dass wir es mit dem innovativen Atriumkonzept bebauen dürften. …und die Stadtverwaltung dafür auch die Vorgaben des Bebauungsplans deutlich  aufweiten würde.

Nun eine neue Situation: MU9 und das benachbarte MU10 wird doch wieder öffentlich ausgeschrieben. Das Konzeptverfahren ist gestartet, das Bewerbungsfenster bis am 24.06. offen.

Worauf und mit welchem Konzept wir uns bewerben…

…ist noch nicht ganz geklärt – aber wir werden uns auf mindestens eines der Baufenster bewerben. Natürlich mit einem Gehäuse, das unsere Grundziele möglichst optimal ermöglichen würde. Also nicht eine kleine Baugemeinschaft. Sondern mind. 30 Wohnungen. Klar gemeinwohlorientiert. Mit Gemeinschaftsflächen und Sharing-Angeboten usw. usf. Die Kriterien der Ausschreibung passen dazu eigentlich sehr gut – sind allerdings recht weich formuliert.

Die Wünsche der Stadt

gelb: MU9, rosa: MU10. Danke an Hähnig | Gemekke, dass wir das Bild verwenden dürfen

Gemeinschaftliche Innenhöfe

  • Bedeutsam ist die Gestaltung der gemeinschaftlichen Innenhöfe und Freiflächen. Sie sollen in der warmen Jahreszeit Treffpunkt für die Bewohner*innen sein. Durch die dicken Bodenschichten auf den Tiefgaragen ist auch eine intensive Begrünung mit Baumpflanzungen realisierbar.
  • Dort gibt es auch den gemeinsamen Spielplatz – als Anziehungspunkt für die Kinder Gebäude rund um den Hof.
  • Und: „Es gibt neben dem gemeinschaftlichen Bereich private Flächen, die in der Regel ausschließlich den EG-Wohnungen zugeordnet sind. Die wichtigste gestalterische Aufgabe ist die gelungene Ausgestaltung des Übergangs dieser Flächen, so dass ohne Zäune oder durchgehende abschottende Hecken die Privatheit ausreichend gewahrt bleibt und für den Hof trotzdem eine durchgängig gestaltete Einheit geschaffen wird. (…) Durch diese hohe gestalterische Qualität und das soziale Leben der gemeinschaftlichen Innenhöfe kann für Menschen eine Wohnung in einem der beiden Höfe zur Alternative zum eigenen Haus werden.
Unten: MU9, oben: MU10. Ocker: öffentliche EG-Nutzungen

Kleinteilig und vielfältig…

  • … hier kommt die typisch tübingerische Klein-klein-Idee zum Tragen: „Auf den Baufeldern soll eine kleinteilige und vielfältige Bebauung – ggf. auch von unterschiedlichen Akteuren realisiert – entstehen.“

  • Die Atriumnet-Idee des großen integrierten Gehäuses aber hat deutliche Spuren hinterlassen: „Falls das Baufeld 9 an einen Akteur vergeben wird, kann von der städtebaulichen Planung [der Kleinteiligkeit in Blockrand-Struktur] abgewichen werden.

  • Wichtig: Bei MU 10 ist der Baukörper B bereits an eine Tübinger Baugemeinschaft vergeben – kleinteilig. Aber der Rest könnte integrativ und im größeren Maßstab gedacht werden – wenn MU10, dann mit uns nur so.

Nutzungsmischung

  • „Es ist explizites Ziel der Grundstücksverkäuferin, eine gewisse Nutzungsmischung zwischen Wohnen und Arbeiten zu realisieren.
    (…) Das Gebiet soll „lebendig“ werden.

  • An der Yalova Straße sind deshalb öffentliche Nutzungen verpflichtend.

Wohnpolitische Ziele

  • „In den beiden Höfen soll eine möglichst große Bandbreite an unterschiedlichen Bewohner*innen ihr neues Zuhause finden: Menschen mit geringem bis hohem Einkommen, Singles und Familien, junge und alte Menschen, Menschen mit und ohne Einschränkungen.

  • Es ist wünschenswert, wenn unterschiedliche Gruppen von Personen mit Zugangsschwierigkeiten zum Wohnungsmarkt integriert werden können. Dabei könnten Wohnungen im Rahmen des Förderprogramms der Mietwohnungsfinanzierung Ba-Wü umgesetzt werden, aber auch andere Angebote von angemessenen Mietpreisbegrenzungen sind möglich und erwünscht. Gerade in größeren Projekten ist eine Durchmischung von unterschiedlichen Wohnformen für verschiedene soziale Gruppen erstrebenswert.

  • Neben der sozialen Durchmischung des Quartiers sollen Projekte realisiert werden, die möglichst langfristig die Preisentwicklung des Wohnungsmarkts in Rottenburg dämpfen.

Einen wohnpolitisch hoch-relevanten Kommentar können wir uns nicht verkneifen: Dass völlig konventionell für jede Wohnung je ein Stellplatz hergestellt werden soll, ist völlig aus der Zeit gefallen! Denn diese 12qm – in der teuersten aller Bauarten: einer Tiefgarage – bedeuten Kosten in der Höhe eines Kinderzimmers! Und Klimakosten in irrer Höhe. Liebe Stadtverwaltung: … wir müssen reden …

Lärmprognose tagsüber, wenn Schallschutzmaßnehmen zur Bahn hin realisiert werden

… die Interessent*innen-Suche

muss nun sehr schnell gehen – auf beiden Seiten. Hier gilt dasselbe wie bei unserer Freiburg-Bewerbung:

Mit-Wohnen: Wir suchen Leute, Gruppen, Familien, die ganz konkret ein tolles künftiges Wohnprojekt für sich selbst suchen. Mit konkretem Einzugswunsch.

Mit-Finanzieren: Und wir suchen Leute, die – ob mit oder ohne Einzugswunsch – bereit wären, ein solches Wohnprojekt mitzufinanzieren. In einer Gemeinwohlfinanzierung, die das beste aus beiden Logiken vereint – echte win-win-Konstellation:

  • Einerseits das gute Gewissen und die gute Tat: eine ganz klare Gemeinwohlorientierung: mit lebenslangem Wohnrecht, mit Kostenmiete statt Renditestreben, ohne Angst vor Eigenbedarfskündigungen und mit der Chance auf Wohnraum auch für diejenigen Gruppen, die besonders schlechte Chancen auf dem Wohnungsmarkt haben.
  • Andererseits bessere finanzielle Konditionen als bei Genossenschaftsanteilen o.ä.: Wenn wir das Projekt tatsächlich als Kommanditgesellschaft realisieren, profitieren v.a. Menschen mit höherer Steuerlast von der neuen Lindner´schen 5%-Sonderabschreibung. Ggf. entscheidet sich die Atriumnet eG & Co KG zusätzlich für eine solidarisch-überschaubare Rendite. Und bei einem späteren Verkauf der Anteile wird es selbstverständlich keinesfalls Spekulationsgewinne geben. Bestenfalls kann die KG bspw. über eine solidaritätskompatible Teilhabe an eng begrenzten Wertsteigerung nachdenken.

Aufruf und Wunsch an Euch alle: Wenn Ihr selbst interessiert seid, meldet Euch bitte gern direkt bei uns. Und wir sind total dankbar, wenn Ihr diese Infos auch bei Freund*innen und Bekannten streut!!